Wir haben es schon nicht mehr geglaubt: Am 24. April 2009 bringen uns zwei Klein-LKW und ein Nachtzug endlich nach Strasbourg. Es ist eine Migration zum Wohle der Allgemeinheit: Schließlich wollen wir hier an Dingen arbeiten, die unseren Fähigkeiten noch mehr entsprechen als jene, mit denen wir in Österreich unseren Anspruch auf Arbeitslosengeld erarbeitet haben.

Frankreich wartet schon auf uns. Beruflich, so hört man, zählen hier etwaige Auslandserfahrungen oder andere Lebenslauf-Anomalien so viel wie in Österreich ein falsches Parteibuch. Was zählt, ist: Die exakt richtigen Ausbildungen bzw. Berufserfahrungen vorweisen. Und: Möglichst gut bei möglichst vielen Wettbewerben sein. So werden Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze, Prüfungsplätze oder örtliche Versetzungen exklusiv als Preisgeld von aufwendig vorzubereitenden Wettbewerben angeboten: Wer von den 673 KandidatInnen am besten ist, bekommt einen von den 12 Plätzen. Frankreichweit. – Kaum Chancen?

Es gibt glücklicherweise ein Phänomen, wodurch Frankreich trotz dieses Systems noch nicht von der Landkarte verschwunden ist: „Unmöglich“, so sagt man hier, „ist nicht französisch.“